Halloween-Kostümhändler aus den USA verkauft bald bayerische Dirndl

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| Lesedauer: 2 Minuten Gerhard Hegmann Von Gerhard Hegmann Wirtschaftsredakteur

Seit Jahren boomt das Geschäft mit Dirndln und Lederhosen zum Oktoberfest. Nun will auch ein US-Konzern dabei sein Seit Jahren boomt das Geschäft mit Dirndln und Lederhosen zum Oktoberfest. Nun will auch ein US-Konzern dabei sein Seit Jahren boomt das Geschäft mit Dirndln und Lederhosen zum Oktoberfest. Nun will auch ein US-Konzern dabei sein Quelle: dpa/Tobias Hase

Mit Halloween-Kostümen macht der amerikanische Konzern Party City Milliardenumsätze. Jetzt will das US-Unternehmen dirndl.com übernehmen und ins boomende Geschäft mit bayerischer Tracht einsteigen. Die soll man nicht nur zum Oktoberfest tragen. 0  Kommentare Anzeige

Am heutigen Sonntag geht das Münchner Oktoberfest zu Ende. Es ist einer jener Anlässe, zu denen die Menschen zunehmend Tracht oder Dirndl tragen. Der führende amerikanische Kostüm- und Partyausstatter Party City will von diesem Trend profitieren. Nach WELT AM SONNTAG-Informationen steigt er in Deutschland ins Dirndl-Geschäft ein. Der börsennotierte US-Konzern plant, die Bestellplattform dirndl.com und weitere Kostüm- und Party-Onlineangebote der Unternehmen Livario und Webdots aus Lüneburg zu übernehmen. Die Komplettübernahme der Firmenanteile ist nun beim Bundeskartellamt angemeldet.

Für Party City – rund 2,5 Milliarden Dollar Jahresumsatz – ist bislang Halloween ein Riesenumsatzbringer. Jedes Jahr im Herbst stellt das Unternehmen vorübergehend 25.000 Zeitarbeitskräfte ein, um den Ansturm der Bestellungen zu bewältigen. Auch bei dirndl.com herrscht durch das Oktoberfest zur gleichen Zeit Hochbetrieb, wobei die Marken Krüger, Stockerpoint und Alpentracht im Onlinevertrieb angeboten werden.

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Der US-Konzern Party City ist bereits in Europa aktiv, über seine in Deutschland ansässige Tochter Amscan Europe mit etwa 160 Beschäftigten. Der Europa-Umsatz soll in diesem Jahr auf 57 Millionen Euro wachsen. In Deutschland waren beispielsweise Folienballons sehr gefragt. Der US-Konzern versucht, praktisch an allen Feierlichkeiten und Volksfesten mitzuverdienen, vom Geburtstag über Firmenfeier und Karneval bis zum Oktoberfest. „Die Zeiten, in denen Trachtenmode nur in Bayern getragen wurde, sind seit einigen Jahren vorbei“, heißt es bei dirndl.com selbstbewusst.

Oktoberfest in München, Bierpreis auf Rekordhoch

In München ist wieder das Oktoberfest gestartet. Der Oberbürgermeister Dieter Reiter benötigte zwei Schläge um das erste Bierfass anzustechen. Auf einem neuen Rekordhoch steht in diesem Jahr der Preis für eine Maß.

Quelle: WELT/ Sebastian Honekamp

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