Rekord beim Windstrom – aber kaum neue Anlagen

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Pläne der Bundesregierung bedrohen Ausbau von Windkraftanlagen

Graue Tage für die Windkraftbranche: Wirtschaftsminister Altmaier plant laut Zeitungsberichten zusätzliche Abgaben beim Ausbau. Kritiker befürchten zudem weitere Verzögerungen durch die neue Abstandsregel von 1000 Metern für neue Anlagen.

Quelle: WELT / Isabell Finzel

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In Deutschland ist noch nie so viel Strom mit Windkraft erzeugt worden wie 2019. Gleichzeitig ist der Ausbau der Windenergie fast zum Erliegen gekommen. Und viele fürchten, dass sich die Ausbaukrise noch verschlimmern könnte. 0  Kommentare Anzeige

Der Ausbau der Windenergie in Deutschland stockt, die Stromerzeugung mit Wind erreicht dagegen Rekordwerte. In Deutschland ist noch nie so viel Strom mit Windkraft erzeugt worden wie in diesem Jahr. Bis zum Wochenende hatten die Windräder an Land und auf See nach Berechnungen des Energiekonzerns E.on fast 108.000 Gigawattstunden Strom erzeugt.

Das seien etwa 15 Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres und fast genauso viel wie im gesamten vergangenen Jahr. Mit der in diesem Jahr bereits erzeugten Menge an Windenergie ließe sich E.on zufolge der Stromverbrauch aller deutschen Haushalte für ein komplettes Jahr decken.

Grund für den Rekord sei das bisher ungewöhnlich windreiche Jahr 2019. Intensive Tiefdruckgebiete hätten im Frühjahr und im Herbst für überdurchschnittlich viel Windstrom gesorgt. Ende November hätten zudem Ausläufer des ehemaligen Tropensturms „Sebastien“ die Windräder besonders kräftig angetrieben. Nach Zahlen der Bundesnetzagentur lieferten Windkraftanlagen am Donnerstag rund 48 Prozent der an diesem Tag in Deutschland erzeugten Strommenge.

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Der starke Wind in diesem Jahr wirkt sich auch auf die gesamte in Deutschland erzeugte Ökostrommenge aus: Bis Ende November 2019 wurden den E.on-Zahlen zufolge mit 202.000 Gigawattstunden knapp zehn Prozent mehr Ökostrom produziert und in die Netze eingespeist als im Vorjahreszeitraum. Rund die Hälfte des bisher erzeugten Ökostroms stammte dabei von Windrädern an Land und auf See.

Lange Genehmigungsverfahren, zu wenig Flächen

Der Ausbau der Windkraft ist in Deutschland fast zum Erliegen gekommen. In den ersten neun Monaten dieses Jahres gab es den schwächsten Zubau an Windrädern in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Zwischen Januar und September 2019 gingen nur 150 neue Anlagen ans Netz. An den Auktionen der Bundesnetzagentur für neue Windkraftanlagen beteiligen sich nur noch wenige Bieter.

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Hauptgründe für den weitgehenden Stillstand sind lange Genehmigungsverfahren, zu wenig ausgewiesene Flächen und Klagen gegen neue Anlagen. Die Energiebranche sowie Umweltverbände befürchten, dass die Ausbaukrise sich weiter verschärft.

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Die Ministerpräsidenten der fünf Nordbundesländer hatten am Freitag einen Elf-Punkte-Plan zur Belebung der Windenergie vorgelegt. Sie fordern unter anderem einen starken Ausbau der Windenergienutzung auf See, das Ausschöpfen aller möglichen Flächen für Anlagen, die Optimierung des Netzausbaus und die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren.

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